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Samstag, 04. Februar 2012

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Bemerkenswerte Studie veröffentlicht

Visionen künftiger Informations- und Kommunikationstechnik

Zur Jahreswende rückt immer wieder in den zentralen Blickwinkel: Was sind die Trends und wie werden sie sich im laufe des Jahres 2009 entwickeln. In Trends spiegelt sich die neue, komplexe Dynamik unserer gesellschaftlichen Welt wider. Sie entstehen scheinbar aus dem Nichts, basieren auf politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklungen - und auch auf individuellen Wünschen. Besonders gilt das natürlich für das Internet. Diese Trends bei den eigenen Zielvorgaben für die Zukunft zu berücksichtigen ist heute wichtiger denn je. Das Fraunhofer Institut System- und Innovationsforschung hat 2008 eine bemerkenswerte Studie veröffentlicht: Zukünftige Informations- und Kommunikationstechniken. Mehrere hundert Experten wurden dabei befragt, welche Entwicklungen von 2015 bis 2020 möglich sein könnten.

2015: Nutzer bestimmen Inhalte

Die Ergebnisse der Studie eröffnen einen vorsichtigen Blick in die Zukunft. Was für die Generation i-Phone vielleicht schon heute selbstverständlich ist, dürfte sich dann auch im Massenmarkt durchgesetzt haben. Nach Meinung der Experten werden etwa 80 Prozent der Online-Inhalte im Jahr 2015 von den Nutzern selbst erstellt. Plattformen für Communities oder Online-Foren dominieren die digitale Welt noch stärker als heute. Auch Verlage richten sich neu aus: Sie verstehen sich als digitale Medienhäuser, die ihre Inhalte für verschiedene Plattformen aufbereiten und über diese vertreiben. Auch viele technische Geräte aus unserem Alltag werden zukünftig über das Internet bedient.

2016: Ein zweiter IT-Boom?

Wie findet der Nutzer der Zukunft seinen Weg durch den IT-Dschungel? Eine entscheidende Rolle werden Interessenprofile und Software-Agenten spielen, die unseren Medienkonsum und bevorzugte Informationsquellen vorfiltern. Ein zweiter IT-Boom wird erwartet - denn Branchen wie Wellness, Tourismus und Gesundheit erhöhen die Nachfrage nach IKT-Anwendungen erheblich. Geräte zur Ferndiagnose oder virtuelle, individuelle Stadtführungen eröffnen ganz neue Möglichkeiten. Die Tastatur wird an Bedeutung verlieren, da moderne Spracherkennungs-Software mehr als 90 Prozent ihrer Nutzer auf Anhieb erkennt.

2017: Kompatible Netzwerke

Computer, Fernsehen, Video oder Telefon: Im Jahr 2017 verschwimmen die Unterschiede zwischen diesen Anwendungen weiter. Einheitliche Schnittstellen im Bereich von Kommunikation, Unterhaltung und IT erlauben das Ansteuern von Geräten verschiedener Hersteller über Kabel oder Funk. Ein Seamless Network verbindet alle Geräte ohne Inkompatibilitäten - und der Login des Nutzers in das physikalische Netz seiner Wahl (Festnetz, Mobilfunknetz, Wireless oder Satellit) geschieht automatisch. Drahtlose Vernetzung von diversen Alltagsgegenständen wird zum Standard (Ad-hoc-Vernetzung).
So genannte Broadcast-Sendungen, die alle Zuschauer zur selben Zeit empfangen, verschwinden zunehmend von der Mattscheibe. On-Demand-Sendungen sind der neue Standard: Jeder Nutzer schaut sich seine Lieblingsinhalte zu dem von ihm gewählten Zeitpunkt an.

2018: Drahtloser Informationsaustausch

Akku alle? Besonders effiziente und sichere Energiespeicher lösen Probleme, die es derzeit noch mit der Stromversorgung von mobilen IKT-Geräten gibt. Außerdem werden wir ständig von einer digitalen Aura umgeben: Filmplakate überspielen einen Trailer zum aktuellen Kinohit auf unseren PDA - oder das Handy klingelt im Restaurant, weil die Dame am Nebentisch ihr Auto verkaufen möchte. All dies wird auf der Basis von im Hintergrund codierten Präferenzprofilen möglich, die ständig drahtlos ausgetauscht und miteinander verglichen werden.

2019: Revolution der Modewelt

Auch die Modewelt wird von der digitalen Revolution erfasst: Datenbrillen, Retina-Displays oder Datenhandschuhe fügen sich in das bunte Treiben städtischer Fußgängerzonen ein. Papier ist noch nicht überflüssig, wird aber mindestens zur Hälfte durch faltbare oder zusammenrollbare Displays ersetzt. Kleine und mittelständische Unternehmen setzen auf semantische Techniken, die ihnen die inhaltsbezogene Informationssuche erleichtern. Aufgabenstellungen und Routinen müssen zwar durch den Menschen formuliert werden - doch dann übernehmen Maschinen die Interpretation und Umsetzung in Eigenregie.

2020: Dreidimensionales Fernsehen

Ein neuartiges Multimedia-Erlebnis erwartet uns zu Beginn des dritten Jahrzehnts: 3-D-Internet-Anwendungen, Fußballübertragungen oder Spielfilme werden als Hologramme dargestellt.